Inhalt:
Als der König von „Weit Weit Weg“ im Sterben liegt, möchte er sein Amt an seinen Schwiegersohn Shrek abtreten. Dieser denkt jedoch nicht im Traum daran, König zu werden. Stattdessen begibt er sich mit seinen Freunden, dem Esel und dem gestiefelten Kater, auf die Suche nach Fionas Cousin Artus, um diesen zum König zu krönen. Die große Chance für Lord Charming, sich an Shrek zu rächen und dabei noch den Thron zu besteigen.
Kritik: War der erste Teil noch die bis dato aufwendigste und deswegen eine wegweisende computeranimierte Trickfilmproduktion, so hat sich in den letzten Jahren auf diesem Sektor doch einiges getan. Massenhaft fluten mehr oder weniger gute computeranimierte Filme auf den Markt. Und auch Shrek geht inzwischen in dritte Runde, in der die Produzenten auf überwiegend Althergebrachtes setzen und dabei leider verpasst haben, neue Ideen mit einfließen zu lassen. So gibt es zwar ein Wiedersehen mit den „alten“ Bekannten, wie dem gestiefelten Kater, dem Esel und den Fabelwesen, aber wirklich innovativ ist das Herauskramen bestehender Charaktere und das Wiederholen altbekannter Storyelemente nun wirklich nicht. Eher dann doch ein Garant für ein gewisses Maß an guter Unterhaltung nach bestehendem Rezept. Dennoch, wer die letzten beiden Teile mochte, wird auch diesmal nicht enttäuscht sein.
[js]Juryurteil der FBW: Die US-Filmemacher von DreamWorks schicken ihren ungeheuer erfolgreichen Oger in „Shrek der Dritte“ in eine neue Mission. Das Königreich „Weit, Weit Weg“ braucht einen Thronerben, weil Froschkönig Harold gestorben ist. Da Shrek selbst regierungsunwillig ist, macht er sich auf die Suche nach dem Cousin seiner Frau Fiona.
Dem Film gelingt es über weite Strecken, die eingeschränkten Erwartungen gegenüber Sequels zu übertreffen. Der neue Regisseur Chris Miller setzt dabei nicht nur auf das altbekannte Personal, sondern führt neue Charaktere ein und zieht sie alle auch gleich liebevoll durch den Kakao. Dabei bedient er sich mit dem verzogenen Studenten Art, dem altersdementen Zauberer Merlin und dem kampfwütigen, aber intellektuell unterbelichteten Lancelot bei Protagonisten aus der Artus-Sage. Auch Figuren aus der Märchenwelt werden erneut ironisch zitiert und in neuen Zusammenhängen präsentiert - wie etwa die zickige Girl-Gang aus Schneewittchen, Rapunzel und Dornröschen oder die Bande der ewigen Verlierer aus Captain Hook, Gepetto und Polyphem. Durch die Aufführung eines „Musicals“ erhält der Film am Schluss auch noch eine fiktionale Metaebene.
Selbstironisch wird es, wenn der ursprünglich einmal als Außenseiter gestartete Shrek sich wegen seiner mittlerweile arrivierten Stellung am Königshof selbst nicht mehr leiden kann und sich zurück in den Sumpf wünscht, um dort mit Fiona die Familienplanung in die Tat umzusetzen.
Der Film bietet sowohl jugendlichen als auch erwachsenen Zuschauern ein großes Unterhaltungsangebot, lässt sich sowohl als reiner Abenteuerfilm als auch als ein mit Zitaten gespickter Gang durch die Filmgeschichte sehen - Douglas Fairbanks und „Rosemary’s Baby“ sowie „Switch“ lassen grüßen. All dies geschieht liebevoll bis in die Details: Rumpelstilzchen zum Beispiel, das es im Original-Märchen nie schaffte, das ihm versprochene Neugeborene zu erringen, trägt ein Schnuller-Tattoo auf dem Arm.
Der Animationsfilm präsentiert CGI-Technik auf höchstem Niveau, was man besonders an der Darstellung von Wasseroberflächen und Haaren erkennen kann. Abgerundet wird er durch den originellen und vielfältigen Einsatz von Musik sowie Zitaten aus der Werbewelt.
Weil es dem Film als Fortsetzung der Fortsetzung der Originalgeschichte mit einem nahezu überbordenden Ideenreichtum und hohem technischen Standard gelingt, viele Alters- und Zuschauergruppen auf unterschiedlichstem Niveau anzusprechen und zu unterhalten, erhält er trotz einiger Schwächen im Spannungsaufbau das Prädikat „Besonders wertvoll“.
