Inhalt:
Harmonisch und beschaulich ist es im Dschungel, in dem der kleine Affe Dodo mit seinen Eltern lebt. Für den lustigen Frechdachs gibt es immer etwas Neues zu entdecken. Auch wenn er eigentlich nur auf den Bäumen spielen darf und nicht auf dem Boden. Als er eines Tages den alten Orang-Utan Darwin kennenlernt, der bei den Menschen aufgewachsen ist, schließt er Freundschaft mit dem Sonderling. Sehr zum Leid seiner Eltern und der anderen Tiere im Dschungel.
Kritik: Der nächste Film der Produzenten von „
Der kleine Eisbär“ knüpft nahtlos an das Niveau und den Unterhaltungswert vorgenannter Filme an. Die Abenteuer des kleinen Dodo und seiner Tierfreunde sind auch für die kleinsten Zuschauer geeignet, ja sogar für diese gemacht. Liebevoll werden Themen aufgegriffen und bearbeitet, in denen sich die Kleinen wiederfinden können, ohne sie dabei zu überfordern. Das Beste daran ist, dass das Ganze sogar für die Eltern einen hohen Unterhaltungswert hat und für diese einige Lacher bereithält, so dass keine Sekunde Langeweile aufkommt. [js]
Juryurteil der FBW: Die FBW-Jury hat dem Film einstimmig das Prädikat Besonders wertvoll erteilt.
„Lockt der Boden auch zum Toben – kleine Affen bleiben oben!“ Das ist die Erziehungsmaxime der Eltern des kleinen Orang-Utan-Jungen Dodo. Zwei Dinge verbergen sich dahinter: 1. Kinder sind neugierig, und die Welt der kleinen und großen Dinge will entdeckt werden und 2. Gefahr ist angesagt auf unbekanntem Terrain.
Aus diesem Spannungsfeld ergibt sich eine wunderbar aufregende, poetisch erzählte Geschichte für Groß und Klein, die weder in Schwarz-Weiß-Malerei verfällt, noch mit erhobenem Zeigefinger daherkommt, sondern Figuren mit Charakter entwickelt, die zum Mitlachen anregen und zum Nachdenken animieren.
Seit 1995 hat der Nord-Süd-Verlag die literarische Vorlage des kleinen Dodo von Hans de Beer und Serena Romanelli über 100.000 mal verkauft. Die Rothkirch Cartoon-Film/Warner-Bros. Filmproduktion knüpft mit der Animation des kleinen Dodo zudem an ihre eigene Erfolgsgeschichte vom Kleinen Eisbären und Lauras Stern an.
Die Geschichte des kleinen neugierigen Menschenaffen Dodo wird kindgerecht in kleinen Spannungsbögen erzählt, ohne die Gesamtstory aus den Augen zu verlieren. Dieses gelingt durch eine klare und sich voneinander abzeichnende Charakterzeichnung der einzelnen Protagonisten und das alles verbindende Element: die Musik, und speziell Dodos Geigenspiel.
Dodo führt ein Doppelleben! Im Dschungel findet er die von einem Menschenauto heruntergefallene Geige. Ein Dingsbums, das dort niemand kennt. Der kauzige alte Orang-Utan Darwin(!) nimmt sie ihm weg, doch Dodo „erkämpft“ sie zurück und freundet sich schließlich mit Darwin an. Bei ihm erfährt er, dass das Dingsbums eine Geige ist, der man wunderschöne Melodien entlocken kann.
Zudem lernt er bei Darwin auch so manch Anderes: Darwin ist bei den Menschen aufgewachsen und hat sich allerhand – wie er meint – Nützliches mitgebracht: Messer und Gabel, die Erfindung des Rads, Medizin und vieles mehr, was schon zu der Erkenntnis führen kann, dass Menschen schwach, aber durch ihre Dinge recht stark sein können.
Weitere Figuren, wie das Krokodil Arnold oder das Nashornmädchen Patna, gehen in ihrer komplexen Charakterisierung und den sie kennzeichnenden Humor, die das Geschehen bereichern, über die literarische Vorlage hinaus.
Mit der spannenden Geschichte um den am Schluss das Regenlied geigenden Dodo, werden sehr dezent und ohne didaktisch erhobenen Zeigefinger Probleme der verschiedensten Bereiche unseres zivilisierten Lebens angesprochen, über die es sich nachzudenken und zu reden lohnt; letztendlich sogar über ein Handeln Veränderungen herbeiführen können: Ausgehend von Fragen zu Erziehung, Freundschaft, Toleranz, Auswilderung von Tieren und das Schützen des Lebens bedrohter Tierarten bis hin zu Dürrekatastrophen und das Eingreifen von Menschen in das biologische Gleichgewicht von noch existierenden Urwäldern werden diese Themen jedoch nicht zum Inhalt des Films gemacht. Inhalt ist die poetische Geschichte eines kleinen aufgeweckten Affenjungen und seiner Freunde und Mitbewohner im Dschungel, mit dem Ergebnis, dass alleine kein Überleben möglich ist.
Das „Erklären der Welt“, das Bewusstmachen von Themen mittels der wunderbar poetisch geradlinig erzählten Geschichte um Dodo, in der nichts vordergründig „erklärt“ wird, lassen die Zuschauer in eine Phantasiewelt eintauchen, deren Bilder gekonnt mit wunderbarer Musik und hervorragenden Synchronsprechern – wie Mario Adorf als alter Orang-Utan Darwin – in Szene gesetzt werden.
Kleiner Dodo ist betont traditionell inszeniert, was als sehr angenehm empfunden wird und zielgerichtet positive Identifikationsmomente ermöglicht. Die Musik ist sehr überzeugend und integriert sich hervorragend in den insgesamt liebevoll gemachten Film. Die kindgerechte Inszenierung, gänzlich frei von Gewaltszenen, in der alles gut ausgeht, und das Hintergrundwissen der Erwachsenen werden der ganzen Familie einen vergnüglichen Kinobesuch bescheren.