Schauspieler:
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Inhalt:
Europa zu Beginn des 17. Jahrhunderts: die ungarische Gräfin Erzebet Bathory gilt als mächtigste Frau im Land - schön, intelligent und nicht bereit, zu akzeptieren, dass Männer in dieser Welt die Regeln nach Belieben manipulieren. Als sie sich in den jüngeren Istvan verliebt, zwingt ihn dessen Vater den Kontakt abzubrechen. Erzebet vermutet eine Zurückweisung aufgrund des Altersunterschiedes. Um ihn zurückzugewinnen, verfällt sie der Wahnidee, das Blut jungfräulicher Mädchen verhelfe ihr zu ewiger Jugend und Schönheit.
Kritik: "Die Geschichte wird von den Siegern geschrieben", lautet das zentrale Zitat der fünften Regiearbeit July Delpys. Nach der verspielten Komödie "2 Tage in Paris" wagt sich Delpy, berühmt als Schauspielerin vor allem durch Richard Linklaters Romanzen "
Before Sunrise" und "Before Sunset" an einen schwierigen, aber momentan beliebten Stoff: Die Aufarbeitung einer historischen Frauenfigur. Die als "Blutgräfin" verschriene Erzebeth Bathory (1560-1614) soll mehr als 650 Jungfrauen grausam zu Tode gefoltert haben, um für ihre große Liebe jung und schön zu bleiben. Sagt die Legende, von Männern geschrieben. Sie wurde 1611 verurteilt und starb in Kerkerhaft. Belegen die Prozessakten, ebenfalls von Männern geschrieben. War sie also ein dem Schönheitswahn verfallenes Monster oder eine außergewöhnlich selbstbewusste Frau, die männlichen Intrigen zum Opfer fiel? Delpy nimmt dazu keine Stellung. Sie erzählt vor opulenter und bis ins kleinste Detail genau rekonstruierter Kulisse die Legende nach; jongliert in ihrer Darstellung der Hauptfigur gekonnt zwischen kühler Emotionalität und splatterhaftem Wahn, holt einen hochkarätigen Schauspielerstab mit ins Boot und lässt den Zuschauer am Ende mit Fragen zurück. [net]