Schauspieler:
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Inhalt:
Durch Zufall gerät Alexander in den Besitz einer Flasche mit schillernder Perlmutterfarbe und ruiniert aus versehen damit ein geliehenes Buch. Aus Furcht verstrickt er sich in ein Lügengespinst. Er wird von einem Mitschüler gedeckt, der die Abhängigkeit jedoch für seine Zwecke nutzt. Er macht sich zum Anführer der Klasse, um massiv gegen Außenseiter zu hetzen. Ein Großteil der Schüler schließt sich begeistert der totalitär organisierten Bande an. Auch Alexander kann zunächst nicht anders, als bei dem faschistoiden Treiben mitzutun.
Kritik: Die Schriftstellerin Anna Maria Jokl verarbeitete in ihrem Roman „Die Perlmutterfarbe“ ihre Erfahrungen, die sie vor ihrer Flucht aus Berlin 1933 in Deutschland gemacht hatte. Entstanden ist eine bedrückende Parabel über Lügen und Manipulationsbereitschaft von Menschen. Erschreckend ist es anzusehen, wie einfach es ist, Massen davon zu überzeugen, sich einem Ziel zu verschreiben, auch dann, wenn man den Sinn nicht versteht. Die Protagonisten in Jokls Roman sind zwar allesamt Kinder, doch die Geschichte hat uns gelehrt, dass dies in allen Altersstufen möglich ist. Darum hat er auch den Untertitel „Ein Kinderroman für fast alle Leute“. [
eq]
Juryurteil der FBW: Mit großem Einfallsreichtum bei den filmischen Mitteln und einem sicheren Sinn für das Milieu sowie die Epoche inszenierte Marcus H. Rosenmüller den Kinderbuchklassiker von Anna Maria Jokl auch als eine Beschreibug des Deutschlands der frühen dreißiger Jahre. Denn obwohl es keine eindeutigen Anspielungen auf den Nationalsozialismus gibt, wird die faschistische Grundstimmung in den perfiden Versuchen des Schülers Gruber deutlich, die Klasse A wie eine militaristische Bande zu organisieren, deren schlimmste Feinde die Schüler der Klasse B sind. Rosenmüller macht einfühlsam die seelischen Nöte des Protagonisten Alexander deutlich, der durch kleine Schwindeleien von Gruber erpresst wird und sich dabei in immer schlimmere Schuld verstrickt. Seine große Beichte vor der versammelten Schule ist dann auch ein grandioser, befreiender Moment, den Rosenmüller mit der gebührenden Dramatik inszeniert hat. Doch der Film bietet in stilleren Momenten auch Einblicke in das alltägliche Leben jener Zeit und wenn Rosenmüller nicht davor zurückschreckt, die Brutalität einiger Schüler recht drastisch darzustellen, gibt es als Gegenpol die eigentümlichen Erfindungen des Maulwurfs, dessen Wahrheitsmaschine ja nichts weiter als eine Kitzelfolterbank ist. Zu loben ist auch die Schauspielerführung von Rosenmüller, der gerade die jungen Darsteller dazu bringt, so natürlich vor der Kamera zu agieren, dass man keinen einzigen von ihnen beim Schauspielern erwischen kann. Die Musik mit ihren Anklängen von Nino Rota, die Ausstattung, Kameraarbeit und die mit einer angemessenen Getragenheit fortschreitende Dramaturgie: all das ist wie aus einem Guss und so wurde dem Film einstimmig das höchste Prädikat zugesprochen.