Schauspieler:
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Inhalt:
1914: In einem kleinen deutschen Dorf geschehen eine Reihe mysteriöser Vorfälle: Der Dorfarzt verletzt sich schwer bei einem Reitunfall, den ein zwischen zwei Bäumen gespannter Draht verschuldete. Eine Scheune wird abgefackelt, der Sohn des Barons wird entführt und grausam misshandelt, eine Arbeiterin stirbt bei einem Unfall in einem Sägewerk. Jeder verdächtigt schließlich jeden, ohne dass auch nur ein einziger Beweis vorliegt. Feindschaft und Misstrauen zerfurcht das einst funktionierende Gesellschaftsgefüge. Bald lässt sich aber ein Muster erahnen: Handelt es sich um Bestrafungen?
Kritik: Sehr langsam und feinfühlig schält Haneke den zeitlosen Kerngedanken des Films frei: die ideologischen Folgen einer erzkonservativen Erziehung für die unterdrückte Generation. Als veranschaulichendes aber austauschbares Setting dient hier ein deutsches Dorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Während der Pastor stellvertretend die Perpetuierung der patriarchalischen Gesellschaft predigt, geschehen mit den Werten unvereinbare Dinge, die von einer Kälte und Dissidenz zeugen, wie sie nur von außerhalb der Gesellschaft kommen kann. Oder eben als Ventil der ewig Gescholtenen, die aber noch einen Hauch Freiraum für Entwicklung haben, bevor die Zwänge sie vollständig vereinnahmen. Eine bildstarke, wenn auch mitunter langatmige Gesellschaftsstudie, mit der Haneke knapp am Oscar vorbeischrammte. [ph]