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Inhalt:
Um ein Mitglied bei der Bande der Vorstadtkrokodile zu werden, muss der zehnjährige Hannes auf das Dach eines alten Fabrikgebäudes klettern. Doch die Mutprobe geht beinahe schief und nur Kai ist es zu verdanken, dass Hannes von der Feuerwehr gerade noch gerettet wird. Am Ende des Tages ist Hannes trotzdem Mitglied der "coolsten Bande der Welt", nur Kai immer noch nicht, denn der sitzt im Rollstuhl. Doch als die Gang einen Einbruch aufklären will, ist sie auf Kai angewiesen, denn der hat was beobachtet.
Kritik: Filme von Jugendbanden wie die „Wilden Kerle“ oder die „Wilden Hühner“ sind nicht nur total aktuell, sondern auch wirklich spannend und nichts für Weicheier. Die „Vorstadtkrokodile“, die auf dem Jugendbuchbestseller von Max von Grün aus den 70er Jahren basieren, erleben ein actionreiches und mutiges Abenteuer. Der Film beginnt mit einer lebensgefährlichen Mutprobe, zeigt wie stark wahre Freundschaft ist und dass man Kinder nicht unterschätzen sollte und endet schließlich mit einer ausgetüftelten Falle, die die fiesen Proleten schnappt. Dabei sollten die kleinsten Zuschauer vielleicht einen Elternteil dabei haben, der ihnen bei den spannendsten Stellen die Hand drücken kann (oder die Augen zuhält). Ein wahres Abenteuer für die ganze Familie! [lbe]
Alle VorstadtkrokodileJuryurteil der FBW: In der Diskussion gelangte die Jury zu der Auffassung, dass der Film Vorstadtkrokodile tatsächlich sehr gut auf Kinder ausgerichtet ist und dass darin eine seiner großen Stärken besteht, die durch allzu differenziert angelegte Erwachsenenrollen nicht vergrößert, sondern ggf. vermindert worden wäre. Darüber hinaus ist es gelungen, durchgängige Spannungsbögen zu schlagen und das Tempo des Films moderat zu variieren. Furiose Beschleunigungen (z. B. die Flucht in der Einkaufspassage) wechseln mit ruhigen Einstellungen (Hannes betrachtet Fotos, die Kai vor seinem Unfall zeigen).
Die einzelnen Kinder der Bande sind fest in ihren sozialen Kontexten verankert, ihre Dialoge wirken authentisch, die Spielweise ist vital und glaubhaft. Insbesondere ist dem Film zugute zu halten, dass auch herbe Problemlagen und unlösbare (bzw. nicht kurzfristig im Rahmen der Filmhandlung lösbare) Konflikte angemessen dargestellt werden. Latent vorhandene Mechanismen der Diskriminierung und Ausgrenzung werden keineswegs verleugnet und komplizierte bzw. komplexe Fragen werden nicht auf infantile Weise verharmlosend oder beschönigend behandelt. Beispielsweise wird der Loyalitätskonflikt, in den Frank gegenüber seinem Bruder Dennis gerät, gut ausgespielt.
Musik und Bilder, die Stimmen und Gesichter der Protagonisten und die Wortwechsel sind sehr wirkungsmächtig, regen die Fantasie an und rufen genau jene Affekte hervor, die man sich von großartigen Kinoerlebnissen verspricht. Bemängelt wurden von der Jury letztlich nur wenige Kleinigkeiten, beispielsweise ist nicht ganz plausibel, warum die alte Ziegelei, die den Vorstadtkrokodilen schon vorher bekannt war und als Ort für ihre Mutproben diente, nochmals wie unbekanntes Terrain systematisch mit Suchtrupps erkundet werden musste.
Insgesamt wurde der Film als sehr gelungen und außerordentlich vielversprechend eingeschätzt. Junge und ältere Besucher dürfen diesem Kinovergnügen mit Vorfreude und Neugierde entgegensehen. Die Vorstadtkrokodile haben das Prädikat besonders wertvoll ganz eindeutig verdient.