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Inhalt:
Wickie ist ein kleiner liebenswerter Junge mit rotblonden Haaren, der zusammen mit seiner Mutter Ylva und seinem Vater Halvar, dem stursten Wikinger-Chef aller Zeiten, im Wikingerdorf Flake lebt. Die Wikinger sind von Natur aus starke, unerschrockene und laute Gesellen. Wickie jedoch ist anders: zurückhaltend und zart besaitet. Und er besitzt eine Gabe, die kaum einer seiner Mitwikinger hat: er ist schlau, um nicht zu sagen: sehr, sehr schlau! Immer wieder gelingt es ihm mit seinen gewitzten Einfällen und Ideen seine Freunde aus schier ausweglosen Situationen zu befreien.
Kritik: Wer als Kind keine Folge der Kultserie „Wickie“ verpasst hat, darf sich auf diesen Film freuen. Ebenso wer sich auf eine schwulstige Parodie mit durchgehend schlechten Witzen eingestellt hat. Denn Komiker Bully Herbig hält sich in seinem neuestem Regiewerk „Wickie und die starken Männer“ überraschend zurück und liefert weniger eine Parodie als einen handfesten lustigen Abenteuerfilm für die ganze Familie. Mit enger Vorlage an die Originalfiguren erweist sich auch die Besetzung als gelungener Coup. Allen voran Jonas Hämmerle, der so ganz natürlich den zartbesaiteten cleveren Knirps mimt, als wäre er als Wickie auf die Welt gekommen. Ebenso stören keine Gesichter der üblichen deutschen Schauspielriege. Waldemar Kobus (Operation Walküre) als Halvar und Jörg Moukaddam als Vielfraß Faxe sind in der deutschen Medienlandschaft wenig aufdringlich vertreten. Einzig Jürgen Vogel und Christoph Maria Herbst bieten in tragenden Rollen Starpower. Letzteren erkennt man in seiner Rolle als Pokka allerdings gar nicht. Und eben das ist gut so!
[net]Juryurteil der FBW: Der gewitzte, kleine Wickie war einer der sympathischsten Helden des deutschen TV-Kinderprogramms. In den 78 Folgen der Zeichentrickserie musste er immer wieder seinem Vater, dem Wikingerhäuptling Halvar, beweisen, dass man mit einem klugen Köpfchen weiter kommt als mit tumber Gewalt. Immer wieder gerieten die Bewohner des Dorfes Flake in Schwierigkeiten – immer wieder gab es die gleiche Einstellung vom nachdenklichen Wickie, der sich die Nase reibt und dann einen strahlenbekränzten Geistesblitz hat - und immer wieder fügte sich nach der pfiffigen Idee von Wickie alles zum Guten, wobei hinterher dann Halvar stets behauptete, der rettende Plan sei auf seinem Mist gewachsen.
Michael Bully Herbig war so klug, dieses dramaturgische Schema beizubehalten und auch sonst ist dies eine überraschend werktreue Adaption. So trifft er den Ton und die Stimmung der Erfolgsserie sehr genau. In diesem Rahmen erlaubt sich Herbig kaum die parodistischen Brechungen, für die seine früheren Filme bekannt waren. Nur sein eigener Auftritt als spanischer Chronist mit kaum verständlichem Akzent wirkt wie ein Fremdkörper in dieser so genau definierten Wikingerwelt und ist wohl der Erwartung des Publikums geschuldet, das in einem Herbig-Film auch den Bully sehen will.
Davon abgesehen fabuliert Herbig frisch und eindeutig durch die Vorlage inspiriert drauflos. Mit der gleichen Mischung aus Sorgfalt und kreativem Übermut ist der Film auf allen Ebenen gefertigt. So überzeugt die liebevolle Ausstattung mit dem gemütlichen Dörfchen, den Kostümen und alle den gehörnten Helmen – es gibt ein paar spektakuläre Computeranimationen, die aber nie von der Geschichte ablenken und der Humor ist durchweg sanft neckend (warum soll ein kleines Wikingermädchen keinen rohen Fisch mögen?).
Dass die einzelnen Figuren ihren gezeichneten Vorbildern erstaunlich ähnlich sehen, ist natürlich zu einem großen Teil dem Make-up und der Kostümierung geschuldet, aber auch die Besetzung ist bis zu den kleinen Nebenrollen fehlerlos. So sieht Herbert Feuerstein endlich einmal wie Fred Feuerstein aus und Günther Kaufmann gibt einen hochkomischen Schrecklichen Sven. Den Film trägt jedoch Jonas Hämmerle, dem es in der Titelrolle gelingt, das kluge Kind nie altklug wirken zu lassen. Statt dessen spielt er sehr natürlich und sympathisch und verstärkt dadurch die positive Grundströmung des Films.
WICKIE UND DIE STARKEN MÄNNER bietet nahezu perfektes Unterhaltungskino für die ganze Familie.