Inhalt:
Eine Gruppe von Tieren lebt friedlich und zurückgezogen in einem Wald, der von der Stadt durch eine große Hecke abgeschottet ist. Und das ist auch gut so, denn Anführer Vern - eine Schildkröte - hat seit einer Begegnung mit Kindern große Angst vor den Menschen. Eines Tages kommt der clevere Waschbär Richie des Weges, der es den verängstigten Tieren schmackhaft macht, die große Hecke zu überwinden. Gemeinsam machen sie sich auf, um eine neue Welt zu erkunden.
Juryurteil der FBW: Witzig spielt die tempo- und abwechslungsreich erzählte Geschichte mit der Anziehungskraft von Junkfood, der ja auch jeder Kinogänger ausgesetzt ist. („Was so gut schmeckt, muss auch gesund sein.“) Der Konflikt Naturkost gegen Knabberzeugs wird unideologisch, humorvoll und erzählerisch überaus gelungen ausgetragen. Nach einem langen Winterschlaf muss eine kleine Gemeinschaft von Waldtieren feststellen, dass ihr Lebensraum durch eine neue Wohnsiedlung zur kleinen grünen Oase geschrumpft ist, begrenzt durch eine gewaltige Hecke. Waschbär RJ, durch Mundraub bei einem Bären in Ungnade gefallen, zeigt nicht ganz uneigennützig dem Freundestrupp von liebenswerten Nagern, dass hinter dieser Hecke das reinste Nahrungsparadies zu finden ist.
Dies ist der Ausgangspunkt für eine turbulente Geschichte, die mit höchster Perfektion animiert wurde. Man muss den scheinbar unerschöpflichen Phantasiereichtum der Drehbuchschreiber bewundern, denn der fabelhaft animierte Film strotzt nur so vor wirklich neuen Ideen. Völlig alltäglichen und uns allen längst vertrauten Alltagsdingen und Gewohnheiten gewinnt der intelligent-witzige Film neue und verblüffende Perspektiven ab. Selbst Menschen, die zum Lachen in den Keller gehen, wird hier manches Schmunzeln unvermeidlich bleiben.
Der liebevollen Zeichnung der Tiere steht die eher etwas konturlose Animation der Menschen gegenüber, deren Eigenarten, Konsumverhalten und Lebensstil ironisch auf die Schippe genommen wird. Es ist eine schöne Parabel auf Konsumwut und Maßlosigkeit der heutigen Zeit, dass die Tiere angesichts des überreichen Nahrungsparadieses jenseits der Hecke ebenfalls in einen „Einkaufsrausch“ geraten. Und letztlich dürfen in einem amerikanischen Animationsfilm auch die typischen moralischen Werte nicht fehlen, wenn soziales Verhalten gerühmt wird und der Einzelgänger RJ herzlichst in die Familiengemeinschaft der Waldtiere, eine echte Patchworkfamilie, aufgenommen wird. Also ein Familienfilm im besten Sinn.