Schauspieler:
,
,
Inhalt:
Die beiden 13-jährigen Freundinnen Marie und Inga sind lebenslustige Mädchen mit den üblichen Teenagerproblemen: Jungs, Schule, Figur. In einer Hinsicht aber unterscheiden sich die Internatsschülerinnen von ihren Altersgenossen: Marie und Inga sind blind. Die große Leidenschaft der beiden ist die Musik. Trotz ihres Talents werden sie von einer örtlichen Schülerband abgewiesen, mit der Begründung, Blinde seien nicht medientauglich. Gemeinsam mit Herbert, einem Russlanddeutschen, gründen die Mädchen eine Straßenband – mit unerwartetem Erfolg.
Juryurteil der FBW: Das blinde Mädchen Marie begegnet in Herbert, der mit seinem Vater aus Kasachstan nach Deutschland gekommen ist, ihrer ersten Liebe. Herbert möchte wieder nach Hause zurück und braucht zur Bestechung eines Fernfahrers 500 Euro.
Der erfreulicher Weise sehr gelungene Kinderfilm besitzt einen ausgefeilten dramaturgischen Aufbau mit vielschichtigen, teilweise sehr subtilen Nebensträngen, der den Spannungsbogen durchgängig aufrecht hält. Das Geschehen wird von Regie und Kamera hervorragend in Szene gesetzt. Durch die außergewöhnlich gute Führung der Kinder mit der herausragenden Darstellerin der Marie und die, bis in die Nebenrollen überzeugende Besetzung halten den Betrachter von Anfang in Bann.
Im Fortgang der Handlung bieten sich überzeugende Einblicke in die Welt der Blinden, wie in der Szene, in der Herbert lernen muß, wie ein Blinder zu agieren, um nicht entdeckt zu werden. Zudem handeln die Mädchen selbstbewußt und nutzen ihre im Ausgleich besonders herausgebildeten Fähigkeiten wie ihr hervorragendes Gehör, um das gemeinsame Ziel zu erreichen.
Der Film nimmt wichtige Themen wie die ersten Liebe, Freundschaft und Vertrauen ernst und baut sie stimmig, ohne erhobenen Zeigefinger, in die Handlung ein. Er verdeutlicht, daß Kinder und Erwachsene aus unterschiedlichen Beweggründen durchaus ein gemeinsames Ziel erreichen können.