Günter Wallraff - Schwarz auf weiß

Günter Wallraff - Schwarz auf weiß

Inhalt

Der Enthüllungsjournalist und Buchautor Günter Wallraff begibt sich als schwarzer Migrant auf eine Reise quer durch Deutschland. Dank einer Maskenbildnerin, die ihm mit einer Perücke und der schwarzen Hautfarbe versorgt, verwandelt er sich in den afrikanischen Flüchtling Kwami Ogonno. Mit versteckter Kamera macht sich Wallraff auf, die Gastfreundschaft der Einheimischen auf die Probe zu stellen. Das Ergebnis ist ein ungeschminktes Bild unserer Gesellschaft, in der Rassendiskriminierung und Intoleranz immer noch zum Alltag gehören.

Kritik

Technisch ist dieser Film durch die versteckte Kamera im Knopfloch des Protagonisten nicht gerade brillant. Die verwackelten Bilder lassen den Zuschauer in manchen Sequenzen etwas schwindlig werden. Die Thematik hingegen ist nicht zuletzt durch die stets aktuelle Migrationsdebatte allgegenwärtig. „Schwarz auf weiß“ wirkt erschreckend, ernüchternd und macht teilweise fassungslos, so dass man sich für einige Mitmenschen wirklich fremdschämen muss. Wallraff erinnert uns, dass in den unterschiedlichsten Gebieten der Republik immer noch ein Gedankengut existiert, das schon seit über 60 Jahren keinen Platz mehr haben sollte. Teilweise fragt man sich dennoch, ob die Abneigung mancher Menschen wirklich an der Hautfarbe oder einfach am unangenehmen Auftreten des Kwami Ogonno an sich liegt. Des Weiteren sprechen die Schauplätze, das Fußballstadion in Cottbus oder die bayrische Provinz, nicht gerade für die breite Bevölkerungsmasse in Deutschland. Trotzdem polarisiert Wallraffs fünftes Filmwerk und zeigt, dass es in diesem Land schwierig bis unmöglich sein kann sich zu integrieren. Fazit: Trotz einiger Fragezeichen, ein interessantes und gewagtes Experiment. Absolut Sehenswert! [dj]

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