Unsere kleine Schwester

Umimachi Diary

Inhalt

Zwei Jahre nach seinem Cannes-Wettbewerbserfolg "Like Father, Like Son", der den Preis der Jury gewann und dem damaligen Jurypräsidenten Steven Spielberg so gut gefiel, dass er sich die Neuverfilmungsrechte sicherte, kehrte der Hirokazu Kore-eda mit "Unsere kleine Schwester" zurück an die Croisette, eine Adaption der gleichnamigen Comicserie von Akimi Yoshida, die die bekannten Themen des Regisseurs einmal mehr aufgreift. Wieder wirft er einen Blick auf eine unkonventionelle Familienkonstruktion, wieder lässt sich die Prämisse des Films in einem griffigen High-Concept-Satz zusammenfassen: Drei erwachsene Schwestern nehmen nach dem Tod des Vaters, der die Familie wegen einer anderen Frau verlassen hatte, ihre 15-jährige Halbschwester bei sich auf.

Kritik

Eingerahmt von zwei Beerdigungen, verfolgt der Film seine Figuren mit tiefer Menschlichkeit bei ihrem Alltag, legt nach und nach die Dynamik in den Beziehungen der Frauen offen. Es wird tief in die Seelen geschaut, es wird viel gekocht, und unmerklich schält sich ein dramatischer Kern heraus: die Unfähigkeit der drei älteren Schwestern, ihre Vergangenheit und die Abwesenheit des Vaters hinter sich zu lassen. Aber wie bei Kore-eda üblich ist sein Blick versöhnlich. Entsprechend verbringt man gerne Zeit mit dem Film, der dem Zuschauer seine Figuren auf unaufdringliche Weise näherbringt. Allerdings ist "Unsere kleine Schwester" nicht so direkt und emotional packend wie der Vorgänger, der bislang konventionellsten Arbeit des sehenswerten japanischen Filmemachers. ts.

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